Hast du mit deinem Team einen Rätselraum besucht und – trotz besten Willen – seid ihr unzufrieden? Hat der Abend mit den Freunden aus diesem Grund nicht geklappt? Wisst ihr nicht, was schief gegangen ist? Lest, um zu erfahren, warum es so war!

Weißt du, dass DU schuldig sein kannst?

„Was?! Ich hab dafür bezahlt! Bezahle – fordere!“ - Das könnte damals der erste Gedanke in deinem Kopf sein, der von deiner Unterbewusstsein hinausgeworfen werden könnte. Alles muss dir gefallen, weil du dafür bezahlst, oder?

Anscheinend gibt es in diesem Gedankengang nichts Schlechtes. Die Sache hat aber einen Haken – du bezahlst für den Raum, der von dir persönlich ausgewählt und dann gebucht wurde. Du kannst natürlich erwarten, dass die Bedienung und Raumqualität professionell sein werden, du darfst aber nicht verlangen, dass der Raum hundertprozentig an dich angepasst wird. Das ist ja einfach unmöglich!

Beachte einfach mit deinem Team eine wichtige Regel bei der Raumwahl – der Raum muss EUCH gefallen. Na gut, wenn die Raumbedienung unprofessionell, und der Raum in sich selbst  uninteressant werden, liegt dann die Schuld bei der Bedienung oder Firma. Es gibt aber viele Situationen, die man einfach vermeiden kann, wenn diese Regel schon am Anfang befolgt wird. Es lohnt sich – hier geht es doch um den Spaß :)

Fehler, die am häufigsten bei der Raumwahl begangen werden

Die oben gelistete Beispiele sind „aus dem Leben gegriffen“ - die basieren auf zahlreiche Berichte von Raumbesitzern und Firmen. Es kommen viele ungerechten Kommentare vor, die aus der schlechten und unüberlegten Wahl folgen.

Schwierigkeitsgrad

Dabei kann man zweiseitig sehr leicht den Bogen überspannen. Die erfahrenen Spieler würden sich in einem Raum für Anfänger eher nicht so gut amüsieren, wenn sie alle Rätsel innerhalb von 14 Minuten lösen. Analog gesehen – die Gruppe, die ihr Abenteuer mit Escape Rooms erst beginnt, würde mit dem Raum für Experten eher nicht zurechtkommen. In diesem Fall kann kein Rätselraum schuldig sein.

Deswegen schauen wir die bei Lockme verfügbaren Stufen an.

Für‘s erste Mal – Habt ihr noch keinen Rätselraum besucht? Habt ihr Angst, dass euch niemand hinauslässt? Oder seid ihr Kinder und wollt gutes Spiel erleben, das nicht besonders schwer ist? Wenn ihr euch mit einer von oben erwähnten Feststellungen identifiziert, lohnt es sich, diese Räume bei der Wahl ernst zu betrachten. Wenn ihr aber schon gewisse Erfahrungen in Rätselräumen habt, kann das Spiel in solchem Escape Room zu kurz sein, damit ihr nach dem Besuch unzufrieden sein könnt.

Leicht – Diese Stufe ist für alle Gruppen geeignet, die ihre Erfahrungen erst sammeln und als Anfänger betrachtet werden können. Wenn ihr Neulinge in eurer Gruppe habt, lohnt es sich, diese Kategorie bei der Raumwahl in Betracht zu ziehen, weil sie sich in den schwierigeren Räumen irgendwie unsicher fühlen und damit den ganzen Spaß verlieren könnten. Diese Kategorie für Anfänger ist eben für euch gut, wenn ihr lockeres Spiel spielen möchtet. Teams, die die ersten Schritten schon hinter sich haben und Herausforderungen annehmen wollen, sollen diese Kategorie eher vermeiden.

Mittel – Diese Stufe steht irgendwie in der Mitte der Schwierigkeitsskala. Sie ist für solche Gruppen geeignet, die die ersten Schritten schon hinter sich haben und im Team es keine Neulinge gibt. Wollt ihr etwas Ehrgeizigeres? Oder seid ihr schon keine Anfänger mehr, aber auch noch keine Fortgeschrittenen? Diese Kategorie soll von euch berücksichtigt werden.

Schwer – Anders gesagt: für Fortgeschrittenen. Und ja, hier wird alles viel ernster. Diese Räume sind am häufigsten komplex und kompliziert, und in ihnen erwähnte Lösungen können schon echte Herausforderung sein. Wenn ihr euch „in der Branche“ noch nicht so sicher fühlt, werdet ihr viel Zeit für unbrauchbare Elemente verlieren und eure Empfindungen werden ganz einfach schlimm. Wir sagen nicht, dass ihr „schwach“ seid – bevor ihr Räume für Fortgeschrittenen besuchen, sollt ihr einfach am eigenen Leibe erfahren, wie die Rätselräume funktionieren.

Sehr schwer – NUR für Experten. Diese Räume wurden so konstruiert, damit das Hinausgehen mit der Unmöglichkeit grenzt. Die Aufgaben sind schwer, deren Anzahl niederdrückend, und das Spielszenario verzeiht nicht. Das sind Räume für „alten Hasen“, denen die Misshandlung den grauen Zellen im Gehirn viel Spaß macht. Wenn ihr das neue und frische Team bildet, erweist euch die Raumbedienung einen Dienst, wenn sie euch das Zimmer mit dieser Bezeichnung nicht eintreten lässt. Um das richtig einzuschätzen, müsst ihr ein kollegiales Team sein und ihr müsst wissen, was ihr macht.


Es gibt viele Theorien, aber was mit dem Praktikum? Wir wissen, wie die Realität aussieht. Es gibt viele Gruppen, die noch keinen Rätselraum besucht haben und trotzdem den Raum für Experten auswählen und dann in der Bewertung „unlogischer Raum“, „ungenügende Zeitmenge“ oder „zu viel Rätsel“ antippen. Aber wir hoffen, nach der Lektüre verändert sich die Anzahl von solchem Verhalten. Das wäre für euch gut, weil es um euer Geld und eure Zeit geht :)

Es lohnt sich noch zu erwähnen, dass die von Raumbesitzern bestimmte Stufe nicht immer so perfekt die Realität und wirkliche Schwierigkeitsgrad widerspiegelt. Deswegen soll man die Raumprofile besuchen, um anzuschauen, wie die Räume von anderen Spielern bewertet wurden. Das hilft :)

Kategorie

Weil die Thematik von Schwierigkeitsgraden schon besprochen wurde, soll man jetzt überlegen, wie die thematische Kategorie des Raumes die Empfindungen beeinflusst. Und bevor ihr sagt, dass die Kategorie auf das Spiel und den Spaß keinen Einfluss ausübt, gebe ich euch ein paar Beispiele, die direkt aus dem Leben gezogen sind.

1. Hans ist der größte Rätselfan. Er nimmt an zahlreichen Rätselwettbewerben teil – er ist also der Spezialist in seiner Kategorie. Statt Frühstück zu essen, löst er am Morgen ein paar Rätsel, und in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit manuellen Denkaufgaben, statt mit dem Yo-Yo zu spielen. Er mag kombinieren, denken und Aufgaben lösen. Seine Gruppe hat den Besuch in einem kriminellen Raum für gute Idee gehalten. Ihr seid also gegangen. Und die Fabel hat sich um den Mord herumgedreht. Und auf diese Weise musste Hans die Geschichte kennen lernen, Akten lesen und den Täter festlegen, statt Spaß zu haben… Er ist gelangweilt und unzufrieden entkommen. In einem anderen Raum aus anderer Kategorie könnten vielleicht alle Mitglieder dieser Gruppe Spaß haben.

2. Helga mag Krimis. In ihrem Geldbeutel hat sie kein Foto ihres Mannes, sondern die Lieblingsseite ihres Lieblingsbuches, und sie kommt nach Hause über drei Stunden mit dem Straßenbahn zurück, weil sie sich ins Lesen so vertieft, dass ihr erst der Straßenbahnfahrer hinauswirft. Ihr Team ist auf Idee gekommen, einen Horrorraum zu besuchen. Aber sie mag keine Angst haben. Und da hatte sie Angst. Arme Helga :( Statt ihr „krimifähiges“ Gehirn zu benutzen, musste sie sich in so einer Umwelt konzentrieren, in der sie sich sehr unkomfortabel fühlte. Sie hatte keinen Spaß gehabt. In der Nacht hat sie auch nicht gut geschlafen. Um solche Situation zu vermeiden und an Schlafmittel zu sparen, konnte man damals doch eine andere Kategorie auswählen.

3. Günter und Greta sind auf Idee gekommen, ihre Kinder in die Rätselwelt einzuführen. Weil sie sich für die französischen Kanonen aus dem 17. Jahrhundert interessieren, wollten sie das Spiel mit der Edukation und Kindererziehung verbinden und haben ihre Kinder in einen historischen Raum mitgenommen. Die Möglichkeit des Spieles in einem Innenraum aus der Vergangenheit hat sie so völlig aufgezehrt, dass sie überhaupt nicht bemerkt haben, dass ihre Kinder in der Ecke eingeschlafen sind. Sie werden sicherlich keine guten Erinnerungen haben. Und es wäre doch ausreichend, ein bisschen früher zu überlegen und die Kategorie „für Kinder“, „Abenteuer“ oder leichten Raum „Fantasy“ auswählen. Und dann wären die Kinder bestimmt zufrieden!

Ähnliche Beispiele könnten da noch hundertmal gelistet werden, aber ich hoffe, ihr wisst schon, worum es mir geht. Wenn ihr keine Gänsehaut haben wollt, geht in den Horrorraum einfach nicht. Wenn ihr die Geschichte in Erzählform nicht mögt (wobei man am häufigsten ganz viel lesen muss), geht in den historischen oder kriminellen Raum nicht. Und so weiter.

Zusätzliche Bezeichnungen

Das ist höchstwahrscheinlich das verkannteste Element bei der Raumwahl. In manchen Fällen lohnt es sich, dort etwas zu markieren. Wenn jemand aus eurer Gruppe körperlich behindert ist und sich mit dem Rollstuhl bewegt, wählt so einen Raum aus, der die Bezeichnung „Behindertenfreundlicher Raum“ hat, statt später wütend zu sein, dass der Raum sich im 8. Stock im Gebäude ohne Fahrstuhl befindet :). Wenn ihr in der Gruppe Kinder habt, versichert euch, dass der Raum kinderfreundlich ist. In Bezug auf die Jugendlichen sollt ihr dann sicher sein, ob der Raum nicht ab 18 Jahren spielbar ist. Kurz und bündig zu sagen: jede Bezeichnung hat ihre eigene Funktion und wurde nicht grundlos herausgestellt. Deswegen habt ihr jetzt eine Aufgabe: durchsuche die Liste der verfügbaren Bezeichnungen und behalte im Kopf, dass es sich lohnt, sie zu verwenden. Warum soll man sich nerven, wenn das vermeiden werden kann :)

Raumbeschreibungen und Bewertungen anderer Spieler

Die Raumbewertungen bilden die nächste Weise, auf die ihr die richtige Wahl treffen könnt. Dort können sich zusätzliche Warnungen zu Räumen befinden, die in den Bezeichnungen oder Raumbeschreibungen nicht erwähnt wurden. Ihr könnt eben die Informationen finden, die bei euch den Ich-Muss-Dort-Einfach-Sein-Effekt hervorrufen. Das wäre dann cool :)

Es lohnt sich immer zu lesen, was die anderen Spieler geschrieben haben. Obwohl ihr keine genaue Information finden, was euch in diesem Raum erwartet, sind diese Texte ganz brauchbar. Vielleicht findet ihr etwas, was euch interessiert oder ganz umgekehrt – was euch bekannt gibt, dass der Raum nicht für euch ist. Vorsicht: Auch der Raum, dessen Position auf der Rangliste hoch ist, könnte euch nicht gefallen, weil ihr unterschiedlicher Geschmack habt. Und über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Jeder, der zu dieser Zeile gelesen hat, ist super ♥

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.